Heubachs Anorganische Pigmente

Anorganische Pigmente basieren nahezu ausschließlich auf Oxid, Oxidhydroxid, Sulfid, Silicat, Sulfat oder Carbonat und lassen sich in vier Hauptgruppen einteilen: weiße Pigmente, schwarze Pigmente (Carbon Black), farbige Pigmente und Spezialpigmente. Der Schwerpunkt des Unternehmens Heubach liegt auf der Herstellung und Entwicklung farbiger anorganischer Pigmente, insbesondere komplexer anorganischer Farbpigmente (Complex inorganic colored pigments (CICPs)) sowie (eingekapselter) Bismutvanadat-Pigmente.


Anorganische Pigmente (PDF)

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Komplexe anorganische Farbpigmente

Die Qualität und Leistung von Verbraucher- und Industrieprodukten sowie die Ansprüche an Aussehen und Haltbarkeit erhöhen sich kontinuierlich. Dies sorgt für eine ansteigende Nachfrage nach beständigeren, aber zugleich kostengünstigen Pigmenten, bei denen gleichzeitig die ökologischen Aspekte des Endprodukts berücksichtigt werden.

Als Folge haben CICPs für die Formulierer eine zunehmende Bedeutung. Durch Optimierung der gut bekannten Chrom- und Nickeltitangelb-Pigmente bieten sie ein vielfältig einsetzbares Tool zur Formulierung ökonomischer, stabiler und innovativer Beschichtungen in verschiedenen Farben (von Gelb bis Grün, Blau und Schwarz). Grund hierfür sind Metallionen wie z. B. Zink, Eisen, Titan, Nickel, Cobalt, Mangan, dreiwertiges Chrom und Antimon, die sicher in stabilen Gitterkomplexen angeordnet sind.

Durch die Verwendung von CICPs anstelle organischer Pigmente kann eine deutlich höhere Deckkraft einer Beschichtung erzielt werden, da aufgrund einer sehr geringen Ölabsorption eine signifikant höhere Pigmentierung möglich ist. CICPs werden daher häufig in Kombination mit organischen Pigmenten für brillante Farbbeschichtungen wie z. B. bleifreie Decklacke eingesetzt.

Aufgrund ihrer herausragenden Lichtechtheit sowie ihrer Temperatur-, Chemikalien- (einschließlich Säure und Alkali) und Witterungsbeständigkeit sind sie darüber hinaus besonders für Beschichtungen geeignet, die hohe Haltbarkeitsstandards erfüllen müssen. Zu diesen gehören z. B. Pulverbeschichtungen und Coil Coating, Einbrennlacke sowie Kunststoffe, Produkte für Gebäudeaußenflächen, z. B. Zement, Beton, Dachgranulate sowie keramische Anwendungen.

Nickelrutil- (PY 53) und Chromrutil-Pigmente (PBr 24)

Nickelrutile sind leicht zitronengelbe Pigmente mit unterschiedlichen Farbabstufungen, die durch Änderungen bei Kalzinationstemperatur und -zeit erzielt werden, was verschiedene Partikelgrößen zur Folge hat. Je höher Dauer und Temperatur der Kalzination, desto dunkler und rötlicher wird der Farbton des finalen Produkts.

Die Farbe der Chromrutile reicht von Hell- bis Mittelocker, je nach Partikelgröße und Gehalt färbender Ionen. Wie die Nickelrutil-Pigmente nehmen auch die PBr 24-Produkte einen dunkleren und rötlicheren Farbton an, wenn höhere Temperaturen oder eine längere Kalzinationszeit verwendet werden.

Nickel- und Chromrutilgelb-Pigmente kommen vor allem in Industrie- und Bautenanstrichen sowie in der Bauindustrie zum Einsatz, insbesondere für Coil Coating von Stahl und Aluminium, aber auch für Maschinen, Fahrzeuge oder Behälter.

Darüber hinaus können Rutilgelb-Pigmente ohne Bedenken in sämtlichen Kunststoffanwendungen verwendet werden (PE, PP, PVC usw.) wie z. B. in hartem Poly(vinylchlorid) für den Außenbereich, für Masterbatches und Bauprodukte.

Rutilgelb-Pigmente werden zunehmend als Ersatz für Cadmiumgelbtöne, die toxikologisch und ökologisch negative Eigenschaften aufweisen, in technischen Kunststoffen (ABS, PC etc.) wie etwa für Automobilanwendungen, Fasern und dünne Folienkunststoffe eingesetzt. Sie können in diesem Anwendungsbereich wirtschaftlicher genutzt werden als eine Kombination aus Titandioxid und kostenintensiven organischen Pigmenten.


(Inverse) Spinellpigmente (PBl 28, PBl 36, PG 50)

Durch Erhöhung des dreiwertigen Chromgehalts in der Kristallstruktur können mit Heubachs blauen Spinellpigmenten Farbtöne von rotstichigem Blau (PBI 28) bis hin zu grünstichigem Blau (PBI 36) erzielt werden. Ein brillantes Grün wird durch das komplexe anorganische Farbpigment PG 50 auf Basis von Cobalt, Zink, Aluminium, Titan und Nickel erreicht.

Zu den typischen Anwendungen für (inverse) Spinellpigmente gehören erneut diejenigen Anwendungen, bei denen Bedarf an langer Haltbarkeit besteht: z. B. Coil Coating, äußere Pulverbeschichtungen, Putze, Bautenfarben und Beton.


Eisenchromat-Braunpigmente (PBr 29)

Diese Produkte decken eine Farbpalette von einem warmen Schokoladenbraun bis hin zu einem dunklen, blaustichigen Braun ab.

PBr 29 Pigmente werden in Fällen verwendet, in denen kostengünstigere Eisenoxide eine geringere Leistung in Bezug auf Stabilität, Farbton und Rheologie aufweisen.

Zu den typischen Anwendungen für PBr 29 gehören Kunststoffe und insbesondere PVC, bei denen die Stabilität im Vergleich zu Eisenoxiden deutlich höher ist.


Schwarze Spinellpigmente (PBk 27, PBk 28)

Schwarze Spinellpigmente (PBk 27, PBk 28) sind besonders widerstandsfähige schwarze Farbvarianten.

Obwohl schwarze Spinellpigmente im Vergleich zu Carbon Black eine geringere Farbtiefe und Farbstärke aufweisen, werden sie für anspruchsvollere Anwendungen eingesetzt, um Temperaturbeständigkeit und Wetterstabilität zu erhöhen. Sie werden daher in Beschichtungen von Kochgeschirr, in hitzebeständigen Silikonbeschichtungen, Coil Coatings und keramischen Anwendungen genutzt.

(Eingekapselte) Bismutvanadat-Pigmente

Bismutvanadat-Pigmente decken den Spektralbereich von grünstichigem bis rotstichigem Gelb ab. Sie können in verschiedenen Lackierungen und Kunststoffanwendungen eingesetzt werden und zeigen dabei eine verbesserte Opazität, hohen Glanz, gute Farbstärke und ausgezeichnete Wetter- und Lichtechtheit, insbesondere bei verringertem TiO2. Zudem sind sie relativ leicht dispergierbar und können in lösemittel- und wasserbasierten Systemen eingesetzt werden.

Für Kunststoffanwendungen, die selbst bei hohen Temperaturen einen stabilen Farbton erfordern, sind aluminiumoxid-/silikatgekapselte Bismutvanadate die am besten geeignete Pigmentklasse. Aufgrund ihrer Einkapselung zeigen sie eine verbesserte Säure-, Alkali- und SO2-Beständigkeit sowie Hitze-, Licht- und UV-Resistenz.